Ab wann sind Sie mit der Handwerkerrechnung in Verzug?
Fälligkeit, vereinbartes Zahlungsziel und Verzug sind verschiedene Fragen. Dieser Rechner prüft die 30-Tage-Regel ab Fälligkeit und Rechnungszugang. Für Verbraucher greift sie nur mit besonderem Hinweis in der Rechnung. Mahnung, Vertragsabreden und weitere Voraussetzungen müssen Sie gesondert prüfen.
Für private Auftraggeber (Verbraucher). Dieser Rechner ist nicht für gewerbliche Rechnungsempfänger.
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So geht es
- Die beiden Tage feststellenFällig wird die Vergütung im Regelfall mit der Abnahme (§ 641 Abs. 1 BGB); dazu kommt der Tag, an dem die Rechnung bei Ihnen ankam. Gerechnet wird ab dem späteren der beiden. Abnahme- und Rechnungsdatum stehen im Vorgang, der Tag des Zugangs in der Notiz daneben.
- In die Rechnung sehenGegenüber Verbrauchern läuft die 30-Tage-Automatik nur mit besonderem Hinweis in der Rechnung (§ 286 Abs. 3 BGB). Ob er dort steht, lesen Sie selbst nach: MängelPilot entscheidet diese Frage nicht für Sie.
- Strittiges vom unstreitigen Rest trennenSolange Sie Mängelbeseitigung verlangen können, dürfen Sie einen angemessenen Teil der Vergütung zurückhalten (§ 641 Abs. 3 BGB). Die App beziffert diesen Teil aus Ihren Angaben und stellt ihm den Rest gegenüber, der zu zahlen bleibt.
- Schreiben erstellen und Frist verfolgenDas Schreiben nennt den Einbehalt, seine Berechnung und die Zahlung des unstreitigen Restes. Die Fristen-Ampel behält den eingetragenen Zahltag im Blick, dazu die Verjährung nach § 634a BGB.
Beispiel mit Wochenende und Feiertag
Sind Vergütung und Rechnung am 3. September 2026 fällig beziehungsweise zugegangen, endet die rechnerische 30-Tage-Frist am 3. Oktober. Dieser Tag ist Samstag und bundesweiter Feiertag. Nach § 193 BGB endet die Frist erst mit Ablauf des Montags, 5. Oktober. Verzug nach dieser Regel kommt ab Dienstag, 6. Oktober, in Betracht, sofern die weiteren Voraussetzungen vorliegen.
Der Rechner berücksichtigt Wochenenden und bundesweite Feiertage. Örtliche Feiertage am Leistungsort können das Ende weiter verschieben. Prüfen Sie diese selbst. § 193 BGB gilt auch für verzugsbestimmende Fristen; der BGH hat dies im Urteil vom 1. Februar 2007, III ZR 159/06, klargestellt.
Ein ungeklärter Verbraucherhinweis lässt die 30-Tage-Automatik offen. Ein fehlender Hinweis verhindert nur diese Automatik, nicht jeden Verzug. Ebenso bedeutet eine noch laufende 30-Tage-Frist keine Entwarnung bei früherer Mahnung. Nach § 286 Abs. 4 BGB tritt kein Verzug ein, solange die Nichtleistung auf einem nicht zu vertretenden Umstand beruht. Diese Umstände prüft der Rechner nicht.
Geprüft am 13.10.2026: 30-Tage-Berechnung, Verbraucherhinweis und Werktagsregel. Das Datum ist keine Neuprüfung anderer Werkzeuge oder Ihres Vertrags.
Die 30 Tage laufen ab dem späteren der beiden Tage
§ 286 Abs. 3 BGB nennt eine späteste Grenze, keine allgemeine Zahlungsfrist: In Verzug geraten Sie spätestens 30 Tage nach Fälligkeit UND Zugang der Rechnung. Beide Voraussetzungen müssen erfüllt sein, gerechnet wird deshalb ab dem späteren der beiden Tage.
Fällig wird die Vergütung im Regelfall mit der Abnahme (§ 641 Abs. 1 BGB). Eine Rechnung, die schon vor der Abnahme im Briefkasten liegt, setzt die Frist deshalb noch nicht in Gang – maßgeblich bleibt dann der Tag der Abnahme. Umgekehrt zählt eine späte Rechnung ab ihrem Zugang, nicht ab der Abnahme.
Gegenüber Verbrauchern tritt der Verzug durch bloßen Zeitablauf nur ein, wenn in der Rechnung besonders auf diese Folge hingewiesen wurde (§ 286 Abs. 3 BGB). Fehlt der Hinweis, bleibt diese Automatik aus; Verzug kann dann nur auf einem anderen Weg eintreten, dazu der letzte Abschnitt. Ob ein Hinweis in Ihrer Rechnung genügt, stellt MängelPilot nicht fest.
Zurückhalten dürfen Sie einen angemessenen Teil
Wer Mängelbeseitigung verlangen kann, darf nach Fälligkeit die Zahlung eines angemessenen Teils der Vergütung verweigern (§ 641 Abs. 3 BGB). Das Zurückhalten stützt sich damit auf ein Recht aus dem Gesetz und nicht auf eigenes Ermessen. Angemessen ist in der Regel das Doppelte der Mängelbeseitigungskosten. „In der Regel“ heißt: keine feste Grenze, im Einzelfall kann auch weniger oder mehr angemessen sein. Mehr als die offene Restforderung ist es nie.
Der Satz hat eine zweite Hälfte: Der unstreitige Rest bleibt fällig. Wer wegen eines Mangels gar nichts zahlt, kann insoweit selbst in Verzug geraten. Die Trennung zwischen einbehaltenem und unstreitigem Teil gehört deshalb ins Schreiben, nicht nur in den Kopf.
Früher als nach 30 Tagen: Mahnung und Kalendertag
Die 30 Tage sind die späteste Grenze, nicht die einzige. Verzug tritt auch früher ein: durch eine Mahnung des Betriebs nach Fälligkeit (§ 286 Abs. 1 BGB) oder bei wirksam vereinbarter kalendermäßiger Leistungszeit (§ 286 Abs. 2 BGB). Ein einseitiger Aufdruck auf einer Rechnung belegt für sich noch keine solche Vereinbarung. Wer nur die 30 Tage im Kopf hat, rechnet in diesen Fällen zu spät.
Für die Beweislage zählt beides: wann die Rechnung ankam und wann welches Schreiben herausging. MängelPilot führt Rechnungsdatum, Zahlfrist und die beanstandeten Punkte an demselben Vorgang wie die Mängelrüge, damit Frist und Einbehalt später zusammenpassen.
Quellen und amtliche Anlaufstellen
- Gesetz: § 286 BGB, Voraussetzungen und Grenzen des Verzugs
- Gesetz: § 193 BGB, Sonnabend, Sonn- und Feiertage
- Gesetz: § 187 BGB, Fristbeginn
- Gesetz: § 188 BGB, Fristende
- Gesetz: § 641 BGB, Fälligkeit und Einbehalt
Häufige Fragen
Wann muss ich die Handwerkerrechnung zahlen?
Fällig wird die Vergütung im Regelfall mit der Abnahme (§ 641 Abs. 1 BGB). Die 30-Tage-Regel betrifft den Verzug, nicht die Fälligkeit. Bei Verbrauchern setzt sie einen besonderen Hinweis in der Rechnung voraus (§ 286 Abs. 3 BGB). Wochenenden, Feiertage und weitere Voraussetzungen sind zu beachten.
Darf ich die Rechnung wegen Mängeln einfach nicht zahlen?
Zurückhalten dürfen Sie einen angemessenen Teil der Vergütung, solange Sie Mängelbeseitigung verlangen können (§ 641 Abs. 3 BGB); in der Regel ist das Doppelte der Beseitigungskosten angemessen, höchstens aber die offene Restforderung. Der unstreitige Rest bleibt fällig, und wer gar nichts zahlt, kann insoweit selbst in Verzug geraten.
Gelten die 30 Tage auch für mich als Privatperson?
Gegenüber Verbrauchern tritt der Verzug nach 30 Tagen nur ein, wenn die Rechnung besonders auf diese Folge hinweist (§ 286 Abs. 3 BGB). Ohne den Hinweis bleibt die Automatik aus; durch eine Mahnung (§ 286 Abs. 1 BGB) oder einen nach dem Kalender bestimmten Zahlungstag (§ 286 Abs. 2 BGB) können Sie trotzdem in Verzug geraten.
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Einbehalt beziffern und Schreiben erstellenEinbehalt nach § 641 Abs. 3 BGB beziffert · Fristen-Ampel und Dokumentations-Checkliste · Server in Deutschland
MängelPilot nennt keine Frist von sich aus: Sie tragen Abnahme, Rechnungsdatum und Zahlfrist ein, die Fristen-Ampel verfolgt den Tag. Die App prüft keinen Vertrag, stellt nicht fest, ob ein Mangel vorliegt, und entscheidet nicht, ob ein Einbehalt berechtigt ist. MängelPilot ist ein Dokumenten-Baukasten und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Die Verantwortung für Prüfung und Versand liegt bei Ihnen.